51·çÁ÷CTO und Vorstandsmitglied, spricht im Interview über die Bedeutung von und und äußert sich zu den größten Herausforderungen und Chancen für die SAP.
Für die meisten ist ersichtlich, dass die 51·çÁ÷einen dramatischen und beeindruckenden Wandel durchläuft. Und natürlich wird über jede Bekanntmachung in Bezug auf die Prioritäten des Unternehmens heftig spekuliert. Wo steht die 51·çÁ÷heute?
Jürgen Müller: Ich sehe die 51·çÁ÷in einer einzigartigen Position. Wir haben ein umfassendes, durchgängiges Portfolio an Unternehmenslösungen aufgebaut. Mit diesen unterstützen wir große und kleine Kunden in jeder Branche in fast jedem Land der Welt. Zwei Dinge müssen wir jetzt aufrechterhalten: Kontinuität und Innovation. Dass Innovation notwendig ist, liegt auf der Hand. Ich betone aber auch Kontinuität. Erst letztes Jahr haben wir eine bedeutende Strategie zur Verwirklichung des auf den Weg gebracht und unsere Kunden müssen sehen, dass wir uns weiterhin auf diese Strategie konzentrieren. Insbesondere müssen wir beweisen, dass unsere Funktionen für Datenanalyse und tief in alle unsere Geschäftsanwendungen integriert sind.
Dazu müssen wir den geschäftlichen Nutzen in den Vordergrund stellen. Was können unsere Kunden dank unseren Lösungen als intelligente Unternehmen leisten, das sie vorher nicht konnten? Wie können SAP-Nutzer in ihren Unternehmen eine Vorreiterrolle einnehmen, indem sie die operativen Abläufe mit den Benutzererlebnissen verknüpfen? Wir blicken auf eine lange Erfolgsgeschichte als Technologieentwickler zurück, aber diese Geschichte überzeugt unsere Kunden nur, wenn wir den geschäftlichen Nutzen demonstrieren, den sie mit SAP-Lösungen erzielen können. Wir können diese Geschichte anhand vielfältiger Beispiele erzählen, aber wir müssen dabei den Erfolg unserer Kunden in den Mittelpunkt stellen, und nicht unsere Selbstdarstellung.
Zukunft von 51·çÁ÷HANA
Über die Zukunft von 51·çÁ÷HANA wurde in einigen Veröffentlichungen gemutmaßt. Sie haben vor ein paar Wochen die Verantwortung für den gesamten Bereich Technologie und Innovation bei der 51·çÁ÷übernommen. Was wird aus 51·çÁ÷HANA?
Offen gesagt meine ich, wer unser Bekenntnis zu 51·çÁ÷HANA in Frage stellt, hat die Strategie der 51·çÁ÷nicht ganz verstanden. Wir haben gerade einem unserer klügsten Köpfe in der Entwicklung, Gerrit Kazmaier die Verantwortung für unsere Roadmap für 51·çÁ÷HANA Data Management übertragen. Tatsache ist, dass 51·çÁ÷HANA mit über 28.000 Kunden auf der SAP-HANA-Plattform ein Riesenerfolg ist, sowohl für uns als auch für unsere Kunden. Fast alle unsere Anwendungen, einschließlich SuccessFactors, beruhen inzwischen auf 51·çÁ÷HANA. Damit ist 51·çÁ÷HANA eine der weitreichendsten Datenbanken für Unternehmensanwendungen, wenn nicht sogar die weitreichendste. Angesichts dieser Größenordnung sind wir kontinuierlich bestrebt, neue HANA-Angebote auf der Grundlage dieser Erfolge zu entwickeln.
Auf der SAPPHIRE NOW in ein paar Wochen wird es diverse Ankündigungen zu 51·çÁ÷HANA geben. Ich habe einige kritische Artikel gelesen und muss ehrlich sagen, die darin geäußerten Vermutungen bezüglich 51·çÁ÷HANA gründen auf einem Umstrukturierungsprogramm, das Anfang des Jahres angekündigt worden war. Ich möchte die Besorgnis nicht kleinreden, die eine Umstrukturierung bei betroffenen Mitarbeitern auslöst. Die Strategie an sich ist klar: durch die Umstrukturierung wollen wir mehr von unseren Ressourcen in Bereichen einsetzen, in denen wir gemäß den Erwartungen unserer Kunden investieren sollen. Zukünftige HANA-Innovationen sind einer dieser Bereiche mit Priorität.
Wie Kunden von Innovationen mit 51·çÁ÷Leonardo profitieren
Ebenfalls in Ihr Portfolio fällt 51·çÁ÷Leonardo. Was sollten Kunden zu 51·çÁ÷Leonardo wissen?
Unsere Kunden müssen wissen, dass wir großartige Entwickler haben, die immer mehr Anwendungsfälle mit Technologien von 51·çÁ÷Leonardo erstellen, die in unsere eigentlichen Anwendungen eingebettet sind. Da bin ich wieder bei dem Punkt, den ich schon erwähnt habe: dass wir den geschäftlichen Nutzen vor die Technologiediskussion stellen müssen. Nehmen wir zum Beispiel ein Unternehmen wie Pregis in den USA, das mit 51·çÁ÷Leonardo Internet of Things seine Maschinen überwacht und analysiert. Es gibt auch viele Beispiele für den Einsatz von , wie etwa bei Bumble Bee Foods, das mit dieser Technologie den Thunfisch für seine Produkte vom Ozean bis zum Supermarktregal verfolgt. Auch die Zahl der Anwendungsfälle für maschinelles Lernen wächst rasch, und ihre Auswirkungen lassen sich in jeder Branche beobachten. Genau gesagt, haben wir 100 einzigartige Szenarien auf Basis von maschinellem Lernen, und die Technologie ist in jede SAP-Anwendung integriert, von 51·çÁ÷Fieldglass bis hin zu 51·çÁ÷S/4HANA. BNP Paribas ist ein weitere Beispiel dafür, wie stark Kunden von intelligenten Technologien profitieren. Die Bankengruppe konnte den Onboarding-Prozess für Kunden des konzerneigenen Online-Ablegers Hello bank! von 25 auf unter 5 Minuten verkürzen – durch den Einsatz von intelligenter, robotergesteuerter Prozessautomatisierung.
Das Einzige, was wir vielleicht hätten anders machen sollen, als wir mit 51·çÁ÷Leonardo auf den Markt gingen, ist, unseren Kunden deutlicher bewusst zu machen, dass sie von Innovationen mit Leonardo profitieren, wenn sie SAP-Anwendungen nutzen. Dies ist ein Kernelement unserer Strategie für das intelligente Unternehmen, und es wird immer wichtiger werden.Â
Sie und werden als die „neue Generation“ der SAP-Vorstandsmitglieder bezeichnet. Was bedeutet das für Sie, und gibt es eine einheitliche Entwicklungsagenda für das Unternehmen?
Ich bin immer etwas skeptisch, wenn jemand den Ausdruck „nächste Generation“ verwendet. Die Realität ist, dass wir Kolleginnen und Kollegen haben, die seit Jahrzehnten bei der 51·çÁ÷arbeiten und genauso zukunftsorientiert denken wie Mitarbeiter, die erst seit einigen Monaten bei uns sind. Alter ist nur eine Zahl und sagt gar nichts über die Fähigkeit eines Menschen aus, innovativ zu sein. Davon abgesehen fühlen Christian Klein und ich uns sehr geehrt, in den Vorstand berufen worden zu sein. Wir sind in Deutschland aufgewachsen und haben miterlebt, wie die 51·çÁ÷unter beeindruckenden Führungspersönlichkeiten wie Hasso Plattner und Dietmar Hopp groß geworden ist. Heute haben wir die Chance, zusammen mit Bill McDermott und allen unseren Kollegen das Unternehmen zu weiteren Erfolgen zu führen. Was die Entwicklungsagenda betrifft, so gibt es für die 51·çÁ÷nur eine einzige Strategie. Christian, ich und Rob Enslin von der Cloud Business Group sind uns absolut einig, welche Lösungen wir für unsere Kunden entwickeln müssen, damit sie in dieser Erlebnisökonomie als intelligente Unternehmen erfolgreich sein können.
Chancen und Herausforderungen für SAP
Worin bestehen die größte Herausforderung und die größte Chance für die SAP?
Unsere größte Herausforderung ist es, weiterhin den Kunden im Fokus zu behalten. In der Technologiebranche ist die Versuchung groß, mit den neuesten Schlagwörtern um sich zu werfen oder den „nächsten technischen Durchbruch“ zu verkünden. Tatsache ist, dass wir hier sind, um Unternehmen dabei zu helfen, Nutzen aus Technologie zu ziehen. Das ist etwas völlig Anderes als einfach jede neue Idee zu zelebrieren. Unsere Kunden erwarten von uns, dass wir innovativ sind, aber dass wir sie auch schützen, indem wir Technologie in der globalen Wirtschaft skalierbar machen.
Unsere größte Chance liegt darin, eine Brücke zwischen Unternehmenstechnologie und dem einzelnen Nutzer zu bauen, ob das nun der Endkunde oder ein Mitarbeiter ist. Dies ist die Grenze, die die UnternehmensÂtechnologie noch nicht überwunden hat. Ich bin davon überzeugt, dass wir das schaffen und damit das Leben der Menschen verbessern. Deshalb werden wir in Zukunft mehr über die Bedeutung von Erlebnisdaten ergänzend zu den operativen Daten sprechen müssen.


