Jörg Rode, Autor bei 51·çÁ÷News Center Unternehmensberichte & Presseportal Fri, 31 Mar 2023 13:45:41 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Kaufland verbessert Prognosen mit neuem SAP-System /germany/2023/04/kaufland-prognosen-sap/ Tue, 04 Apr 2023 06:00:39 +0000 /germany/?p=165602 Kaufland nutzt als erster groĂźer deutscher Filialist im Lebensmittelhandel ein neues Prognose-System von SAP. Die Software ersetzt in der Breite des Sortiments die Forecasts des...

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Kaufland nutzt als erster groĂźer deutscher Filialist im Lebensmittelhandel ein neues Prognose-System von SAP. Die Software ersetzt in der Breite des Sortiments die Forecasts des alten F&R-Systems, aber bei Frische auch die von Blue Yonder.

Die EinfĂĽhrung der neuen hat sich fĂĽr Kaufland offenbar gelohnt. Die verbesserten Algorithmen sorgen fĂĽr eine „bessere Prognosequalität“, bescheinigte Michael Hahn von der Schwarz-Gruppe dem System bei den EHI-Technologie-Tagen. Hahn ist bei der fĂĽr die beiden Schwesterunternehmen Lidl und Kaufland arbeitenden gruppenweiten Schwarz IT verantwortlich fĂĽr Supply-Chain-Management-Systeme.

Nach Angaben des Managers prognostiziert das Prognose-System Unified Demand Forecast seit März für alle 1.450 Kaufland-Filialen in Deutschland und Osteuropa und für alle Sortimente die zu erwartenden Abverkaufsmengen. Dafür berechne es auf Basis der SAP-Datenbanktechnik täglich bis zu 35 Mio. Markt-Artikel-Kombinationen. Für den ersten Arbeitsschritt Modellierung werte die Prognose-Komponente die Absatz-Historie der vergangenen 800 Tage aus.

Im zweiten Schritt berechne das System auf Tagesebene rollierend die zu erwartenden Abverkäufe der nächsten 101 Tage. Die lange Zeitspanne helfe vor allem bei der Werbeplanung. Bestellungen bei Lieferanten und die Belieferung der Märkte werden dann durch Prognosen für die nahe Zukunft oder sogar den nächsten Tag gesteuert.

Forecasts fĂĽr die Frische bei Kaufland

Laut Hahn sind die Ergebnisse so gut, dass sie sich sogar als Basis für die Produktionssteuerung in den Kaufland-eigenen Fleischwerken sowie die Belegungs-Planung der Backautomaten in den Filialen bewähren.

Für diesen Bereich der täglich stark schwankenden Frische-Produkte hatte Kaufland einige Jahre lang die Prognosen durch Software von Blue Yonder berechnen lassen, während der Großteil des Sortiments vom SAP-Programm F&R-Engine (Forecasting & Replenishment) abgedeckt wurde. Denn die F&R-Prognose-Algorithmen lieferten für viele Frischeprodukte keine hinreichend detaillierten Forecasts.

Trotzdem ist die F&R-Engine aus der IT-Landschaft von Kaufland nicht verschwunden: Die  Komponente „R“ (Replenishment) sorgt als Auto-Dispo weiter fĂĽr optimierte Bestellmengen bezogen unter anderem auf Rabatte und Lkw-Auslastung – jetzt aber auf Basis der Prognosen der Forecast-Software.

Kaufland lässt 50 Einflussfaktoren einfließen

Als groĂźen Vorteil von Prognose-Software gegenĂĽber dem Vorgänger von 51·çÁ÷stellte Hahn die hohe Zahl von Einflussfaktoren heraus, die das neue System in seine Berechnungen einbeziehen könne. Das seien etwa Wochentage, Preiseffekte und Kannibalisierung, Trends und Saison, Lohn-Zahlungs-Termine oder Wetter. Das Programm könne auf Basis ähnlicher Artikel auch den Absatz neuer Produkte schätzen. Kaufland nutze 50 Einflussfaktoren. Nach den ersten Erfahrungen rate er allerdings zu einer Begrenzung der Faktoren auf jene, die fĂĽr das jeweilige Sortiment relevant sind, um die Komplexität zu begrenzen. Auch bei der Zahl der täglich neu berechneten Artikel strebe Kaufland eine Reduzierung durch „intelligente Modellierung“ an, um durch eine Konzentration auf Produkte mit signifikanten Ă„nderungen die Rechenzeit von heute 8 bis 9 Stunden zu senken.

Neben der allgemeinen Aussage, dass die Komponente Unified Demand Forecast gegenĂĽber F&R zu einer „besseren Prognosequalität“ gefĂĽhrt habe, nannte der Schwarz-IT-Manager auch einen konkreten Wert. Bei Promotion-Artikeln sei es gelungen, die Fehlerrate auf unter 38 Prozent zu drĂĽcken. Fehlerrate bezeichnet hier den sogenannten WMAPE (Gewichteter Mittelwert des absoluten prozentualen Fehlers, weighted mean absolute percentage error). Die wichtigsten KPIs bei der Beurteilung der Prognose-Software seien fĂĽr Kaufland Out-of-Stocks, Bestände und damit Bestandskosten sowie Umsatz.

Die neuen SAP-Prognosen sind fĂĽr mehr Einsatzzwecke als Auto-Dispo gedacht – deshalb das „U“ fĂĽr „Unified“. Von etlichen von 51·çÁ÷beschriebenen Anwendungszwecken nannte Hahn im Kaufland-Zusammenhang explizit Aktionsmengenplanung, Sortimentsplanung, Preiskalkulation und Lagerbedarfe. Vorteilhaft sei auch die Möglichkeit, in Simulationen verschiedene Alternativen (What-if-Szenarien) durchzuspielen. Das gelte fĂĽr viele Themen von der Werbeplanung bis zum Pricing.


Quellenangabe:

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