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Einstiegsjobs verschwinden nicht durch KI, sondern wandeln sich – und laut CHROs steigen die Anforderungen

Seitdem mit ChatGPT 2022 das erste große Sprachmodell auf den Markt kam, drehten sich die Diskussionen über KI und die Arbeitswelt der Zukunft vor allem darum, was durch zunehmende Automatisierung verloren gehen könnte: Arbeitsplätze, Aufgaben und Karrierechancen für Berufseinsteiger.

Neue Studien von 51·çÁ÷und Wakefield* zeigen jedoch eine ganz andere Realität. Nachwuchskräfte werden durch KI nicht überflüssig, sondern vielmehr schneller produktiv. KI führt dazu, dass sich die Anfangsphase des Berufslebens grundlegend wandelt und die Erwartungen an Beschäftigte wesentlich früher steigen.

Mit KI allen Mitarbeitenden zum Erfolg verhelfen und als Unternehmen agiler werden

Umfragen haben ergeben, dass 88 Prozent der Chief Human Resource Officers (CHROs) damit rechnen, dass Berufseinsteiger dank KI in ihren Positionen schneller einsatzbereit sind. Dadurch steigen die Anforderungen auf beiden Seiten. Während Unternehmen davon profitieren, dass Mitarbeitende schneller produktiv werden und einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten können, sehen sich Berufseinsteiger mit höheren Erwartungen konfrontiert und haben weniger Zeit, sich einzuarbeiten. Führungskräfte müssen deshalb neue Ansätze entwickeln, wie sie den Erfolg von Mitarbeitenden definieren und vom ersten Tag an unterstützen.

Schnellere Einsatzbereitschaft durch KI

Lange Zeit haben Berufseinsteiger sich wiederholende, weniger wichtige Aufgaben übernommen, um die Arbeitsabläufe des Unternehmens zu erlernen. Diese grundlegenden Aufgaben werden heute größtenteils mithilfe von KI automatisiert.

Dieser Wandel vollzieht sich in immer mehr Unternehmen: 79Ìý±Ê°ù´Ç³ú±ð²Ô³Ù der befragten CHROs gaben an, dass Berufseinsteigern bereits in den ersten vier Wochen KI-Tools zur Verfügung gestellt werden. 87Ìý±Ê°ù´Ç³ú±ð²Ô³Ù erwarten von neuen Mitarbeitenden außerdem, dass sie bereits mit KI vertraut sind oder sich unmittelbar nach ihrem Eintritt in das Unternehmen in die Tools einarbeiten.

Da herkömmliche Aufgaben zunehmend von KI erledigt werden, übernehmen Berufseinsteiger früher erfolgsrelevante Tätigkeiten. Für CHROs sind bereits erste Auswirkungen erkennbar: 56 Prozent berichten, dass der Einsatz von KI zu höherem Selbstvertrauen führt, und 55Ìý±Ê°ù´Ç³ú±ð²Ô³Ù sehen eine höhere Produktivität.

Diese Entwicklung spiegelt auch die Themen wider, mit denen wir uns im „51·çÁ÷SuccessFactors Future of Work Predictions 2025“ erstmals befasst haben. Dort haben wir untersucht, wie sich Einstiegspositionen durch KI verändern könnten. Da KI immer mehr grundlegende Aufgaben übernimmt, lautet die Frage nicht, ob es weiter Positionen für Berufseinsteiger geben wird, sondern vielmehr, wie Unternehmen durch eine Neugestaltung dieser Positionen neue Möglichkeiten für den Kompetenzaufbau schaffen können.

Höhere Produktivität führt zu höheren Erwartungen

Wenn Nachwuchskräfte schneller produktiv werden, müssen sie auch schneller höheren Erwartungen gerecht werden. Verschiedene strukturelle Faktoren tragen zu diesem Wandel bei: Unternehmen stellen weniger Berufseinsteiger ein, während zugleich Nachwuchskräfte, die eine Stelle finden, früher komplexe Aufgaben übernehmen müssen. Die in Kürze erscheinende Studie unseres macht dies deutlich. Ein Umfrageteilnehmer fasste die Entwicklung wie folgt zusammen: „Berufseinsteiger haben früher vor allem Routineaufgaben erledigt – welche Tätigkeiten sollen sie künftig übernehmen? Sie bringen eine einzigartige Perspektive mit in ein Unternehmen ein. Durch die Einstellung von Nachwuchskräften möchten wir unsere gewohnten Herangehensweisen hinterfragen und besseres Arbeiten ermöglichen.“

KI automatisiert jedoch nicht nur Routinetätigkeiten, sondern kann auch dazu führen, dass viele der Möglichkeiten für schrittweises Lernen im Berufsalltag entfallen, die neuen Mitarbeitenden früher geholfen haben, Erfahrungen zu sammeln.

Angesichts dieser steigenden Erwartungen wird deutlich, dass die kognitive Belastung von Berufseinsteigern erheblich zunehmen könnte. CHROs berichten von erhöhtem Leistungsdruck und neue Mitarbeitende müssen sich mehr anstrengen, um mit der Beschleunigung von Arbeitsabläufen durch KI Schritt zu halten. In der Forschung wird dies mitunter auch als bezeichnet: die kognitive Erschöpfung, die durch die intensive Nutzung von KI bei der Arbeit entstehen kann.

Risiken durch Nutzung von KI

Diese Entwicklungen bringen verschiedene Risiken sowohl für Beschäftigte als auch für Unternehmen mit sich:

Infografik: Zum Vergrößern klicken

Beim Berufseinstieg neue Wege beschreiten

Da heutigen Berufseinsteigern weniger Möglichkeiten offenstehen als früher, die Arbeitsabläufe schrittweise zu erlernen, müssen Unternehmen diese Lernmöglichkeiten neu gestalten. Die Studie zeigt verschiedene Bereiche auf, in denen Personalverantwortliche Nachwuchskräfte gezielt bei der Einarbeitung unterstützen können:

1. Gezielter Aufbau grundlegender Kompetenzen

Durch die Automatisierung von Routinetätigkeiten haben Unternehmen die Möglichkeit, neue Ansätze zu entwickeln, wie Nachwuchskräfte Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Zusammenarbeit, kritisches Denken und Entscheidungsfindung aufbauen können. Beispiele hierfür sind strukturierte, projektbasierte Lernerlebnisse, klarere Vorgaben für Entscheidungen und häufigeres Coaching. Im Mittelpunkt sollte dabei nicht nur das Erledigen von Aufgaben stehen, sondern auch die Stärkung des Urteilsvermögens und die Fähigkeit, Aufgaben zu priorisieren.

2. Schaffen von Einstiegspositionen für wertschöpfende Aufgaben

Nachwuchskräfte sind besser in der Lage, einen strategischen Beitrag zu leisten, wenn sie in ihrer Position sowohl eigenverantwortlich handeln dürfen als auch die nötige Unterstützung erhalten. Wenn bei Einstiegspositionen klare Zuständigkeiten und Erwartungen definiert werden und Mitarbeitende durch Mentoring und eindeutige Vorgaben für Entscheidungen und Eskalationen unterstützt werden, können Nachwuchskräfte Vertrauen aufbauen. Gleichzeitig lassen sich auf diese Weise Risiken besser steuern.

3. Klare Richtlinien für die KI-Governance ab dem ersten Tag

Ohne klare Vorgaben ist für Nachwuchskräfte nur schwer nachvollziehbar, wie sie KI verantwortungsvoll nutzen können. Wenn bereits beim Onboarding Erwartungen an die KI-Nutzung und rollenspezifische Best Practices kommuniziert werden und Führungskräfte die Nutzung von KI regelmäßig in ihren Mitarbeitergesprächen thematisieren, lässt sich die Nutzung von Schatten-KI reduzieren und das Vertrauen in neue Technologien frühzeitig stärken.

4. Gleichberechtigter Zugang zu KI-Tools für alle Teams und Führungskräfte

Wenn die Erwartungen steigen, kann ein uneinheitlicher Zugang zu KI-Tools den Leistungsdruck und die Belastung für Berufseinsteiger erhöhen. Ein einheitlicher Zugang, Schulungen und Unterstützung sorgen dafür, dass neue Mitarbeitende auch gestiegenen Anforderungen gerecht werden können, ohne das Risiko von Burnout oder einer Abwanderung zu erhöhen.

Fazit: Auswirkungen von KI auf Berufseinsteiger

KI führt nicht dazu, dass Jobs für Berufseinsteiger verschwinden, sondern bietet vielmehr neue Möglichkeiten, wie sie schnell produktiv werden und wertschöpfende Aufgaben übernehmen können. Zwar gibt es möglicherweise weniger Einstiegspositionen, doch diese sind mit höheren Erwartungen verbunden. Es wird immer wichtiger, KI-Kompetenzen mit umfassenden menschlichen Fähigkeiten zu verbinden. Durch die Entwicklung von Fähigkeiten in beiden Bereichen können Berufseinsteiger nicht nur eine Anstellung finden, sondern auch schnell einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten und nachhaltige Kompetenzen aufbauen.

Wenn Nachwuchskräfte schneller produktiv werden, können Unternehmen schneller agieren, Innovationen vorantreiben und ihre Effizienz steigern. Voraussetzung dafür sind klare Strukturen, Coaching und eine gezielte Entwicklung von Mitarbeitenden. Unternehmen, die diesen Wandel erfolgreich meistern, helfen Nachwuchskräften nicht nur, sich schneller einzuarbeiten, sondern auch Fähigkeiten in den Bereichen Urteilsvermögen, Zusammenarbeit und kritisches Denken aufzubauen, die nicht durch KI ersetzt werden können.

Wenn Sie sich über aktuelle Studien zu den Auswirkungen von KI auf Berufseinsteiger informieren möchten, besuchen Sie das .


Lara Albert ist Chief Marketing Officer bei 51·çÁ÷SuccessFactors.

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