51·çÁ÷

Lieferketten spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Kunden zuverlässig zu beliefern und profitabel zu wachsen. Jede Entscheidung – von der Planung und Beschaffung über die Fertigung und Logistik bis hin zum Service – wirkt sich auf Kosten, Serviceniveaus und Widerstandsfähigkeit aus.

51·çÁ÷Sapphire 2026 Innovation News Guide

Die Erwartungen, dass Lieferungen pünktlich und zuverlässig erfolgen, sind nach wie vor hoch. Die Unternehmen sind mit einer sich schnell verändernden Nachfrage konfrontiert, die globalen Netzwerke werden komplexer und der Kostendruck steigt. Die Verwaltung des Umlaufvermögens wird schwieriger. Deshalb suchen sie nach Wegen, Erkenntnisse schneller und einheitlicher in konkrete Maßnahmen umzusetzen – und zwar entlang der gesamten Lieferkette.  

Seit über 50 Jahren unterstützt 51·çÁ÷Unternehmen dabei, intelligentere, stärker vernetzte Lieferketten aufzubauen. Auf der 51·çÁ÷Connect im Oktober haben wir 51·çÁ÷Supply Chain Orchestration vorgestellt. Damit wurde eine Grundlage geschaffen, um Probleme zu erkennen, Maßnahmen zu koordinieren und die Ausführung über komplexe Liefernetzwerke hinweg zu verbinden. Mit den auf der 51·çÁ÷SAPPHIRE angekündigten Innovationen wird diese Vision weiter gestärkt. Mit einer ganzen Reihe neuer KI-gestützter Assistenten und Agenten ermöglichen wir den Übergang von der reinen Orchestrierung hin zu einem autonomen Betriebsmodell – eines, in dem Planung, Fertigung, Logistik und Anlagenbetrieb immer stärker vorausschauend agieren, sich selbst koordinieren und Probleme eigenständig lösen, ohne dass bei jedem Schritt jemand manuell eingreifen muss.

KI, die auf realen Abläufen basiert

KI erzielt im Lieferkettenmanagement nur dann langfristigen Mehrwert, wenn sie dort eingebettet ist, wo die eigentliche Arbeit stattfindet. Autonome Agenten arbeiten nicht losgelöst von Unternehmensanwendungen. Sie sind auf tief integrierte Prozesse und verlässliche Daten angewiesen.  Genauigkeit, Regelkonformität und Widerstandsfähigkeit stehen und fallen mit diesem Fundament. Ohne saubere Prozesse und verlässliche Daten lässt sich KI weder skalieren noch kann sie Vertrauen gewinnen.

51·çÁ÷versteht unter dem autonomen Unternehmen eine Zukunftsvision, in der Unternehmen ihre Geschäfte intelligenter führen: Systeme arbeiten stärker vernetzt zusammen, treffen Entscheidungen schneller und setzen diese unmittelbar um – während Menschen die Kontrolle behalten. Autonomes Lieferkettenmanagement ist ein konkreter Schritt auf dem Weg zu dieser Vision.

Autonomes Lieferkettenmanagement spiegelt eine Entwicklung wider. Die Art und Weise, wie Planung, Ausführung und Betrieb zusammenarbeiten, ändert sich. Menschen definieren Ziele und Prioritäten, Assistenten orchestrieren Aktivitäten über Bereiche hinweg, und Agenten führen die Arbeit aus. All dies geschieht innerhalb gesteuerter, durchgängiger Prozesse.

Auf der 51·çÁ÷SAPPHIRE stellen wir vor, ermöglicht durch neue Joule-Assistenten und branchenspezifische KI-Szenarien, die dieses Modell auf den täglichen Betrieb in Planung, Fertigung, Logistik, Konstruktion und Anlagenmanagement anwenden. Die allgemeine Verfügbarkeit beginnt ab sofort und wird im Laufe des Jahres 2026 phasenweise umgesetzt.

Joule-Assistenten entlang der Lieferkette

Anstelle isolierter KI-Tools werden die folgenden Assistenten direkt in zentrale SAP-Supply-Chain-Anwendungen eingebettet – dort, wo fundiertes Prozesswissen, semantisch reichhaltige Geschäftsdaten und Einhaltung von Governance-Vorgaben bereits vorhanden sind. Jeder Assistent unterstützt einen eigenen Verantwortungsbereich, teilt aber Kontext, Daten und Ergebnisse über die gesamte Lieferkette hinweg.

  • Anlagen- und Serviceassistent:  Verändert grundlegend, wie Arbeitsaufträge erkannt und eingeplant werden. Signale und Anomalien werden direkt in konkrete Maßnahmen übersetzt, anstatt in einer Warteschlange zu verbleiben.
  • Business-Network-Assistent: Sorgt dafür, dass die Abstimmung auch über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus funktioniert – also mit Lieferanten, Logistikdienstleistern und Servicepartnern. So wird verhindert, dass Abläufe ins Stocken geraten, nur weil externe Partner beteiligt sind. 
  • Logistikassistent:  Hält die Lager- und Transportabwicklung in Bewegung, wenn sich Bedingungen ändern. Koordiniert Agenten, statt bei jedem Schritt auf menschliche Übergaben zu warten
  • Fertigungsassistent:  Verbindet Signale aus der Fertigung mit dem allgemeinen operativen Kontext, damit Teams schneller auf Störungen reagieren können.
  • Planungsassistent:  Hilft Planern, Ausnahmen und Engpässen immer einen Schritt voraus zu sein, ohne Signale aus dem gesamten Netzwerk manuell zusammenstellen zu müssen
  • Produktdesign-Assistent:  Hilft Fertigungs- und Entwicklungsteams, reibungsloser zusammenzuarbeiten. Er macht frühzeitig sichtbar, welche Auswirkungen Änderungen am Produkt haben – noch bevor diese zu Problemen, Nachbesserungen oder Verzögerungen führen. So bleiben alle Teams auf dem gleichen Stand. 

Von Assistenten zu autonomen Agenten

Zusätzlich zu diesen Assistenten stellt 51·çÁ÷mehr als 60 speziell entwickelte Agenten für alle Supply-Chain-Prozesse bereit. Diese Agenten sind darauf ausgelegt, Ereignisse zu erkennen, Auswirkungen zu analysieren und innerhalb definierter geschäftlicher Leitplanken gezielte Maßnahmen zu ergreifen. Sie helfen dabei, die Ausführung zu koordinieren, während der Mensch stets die Kontrolle behält.

In der Fertigung überwachen Agenten wie Production Excellence Agent und Production Master Data Readiness Agent laufend die Produktion, Qualität und Maschinensignale. Ziel ist es, Probleme frühzeitig zu erkennen und sicherzustellen, dass Arbeitspläne und Arbeitsanweisungen mit den übergeordneten Unternehmenszielen übereinstimmen. Bei Anlagen- und Serviceabläufen bewerten der Asset Performance Alert Processing Agent und der Technician Briefing Agent den Zustand von Anlagen, priorisieren anstehende Arbeiten und helfen dabei, Probleme gleich beim ersten Einsatz zu lösen. Das reduziert Ausfallzeiten und macht die gesamte Serviceorganisation reaktionsfähiger.

Außer in lieferkettenspezifischen Szenarien werden diese Assistenten und Agenten auch in die Cloud-ERP-Umgebung der 51·çÁ÷integriert, einschließlich , und unterstützen so die übergreifende Strategie der 51·çÁ÷für das autonome Unternehmen. Die allgemeine Verfügbarkeit wird phasenweise im Laufe des Jahres 2026 eingeführt und beginnt ab sofort.

Aufbauend auf dieser Grundlage kommt mit 51·çÁ÷Industry AI branchenspezifische Intelligenz hinzu, die die zentralen Assistenten ergänzt. Statt isolierter Funktionen vereint Industry AI speziell entwickelte Agenten, Prozessexpertise und Geschäftsdaten, um messbare Ergebnisse zu erzielen.  Dieser wertorientierte Ansatz hilft Unternehmen, KI so einzusetzen, dass regulatorische Anforderungen, komplexe Produktionsmodelle und anlagenintensive Betriebsabläufe berücksichtigt werden – und beschleunigt den Informationsfluss über alle Wertschöpfungsketten der Branche hinweg.

Der Mensch bleibt weiterhin verantwortlich für Strategie, Aufsicht und Entscheidungen, die Urteilsvermögen erfordern. Was sich ändert, ist, wie konsequent eine umfangreiche, zeitkritische Koordination über die gesamte Lieferkette hinweg erfolgt.

Wo sich dies in der Praxis zeigt

Das autonome Unternehmen ist unsere Vision. Und die Innovationen, die wir auf der SAPPHIRE vorgestellt haben, sind konkrete Schritte, auf denen Kunden in ihren bestehenden SAP-Umgebungen aufbauen können. Sie zielen darauf ab, Wertverluste zu beheben, die durch fragmentierte Übergaben, verzögerte Entscheidungen und manuelle Arbeit entstehen.

In der Planung verknüpfen neue Geschäftsentscheidungen direkt mit der Beschaffungsplanung. Geplante Werbeaktionen und Preise werden mit Bestandsführung und Nachschub verbunden, um Fehlbestände zu reduzieren, Abschreibungen zu minimieren und die Planung durchgängig zu verbessern.  Zu den neuen Funktionen gehören lieferantengeführter Bestand, Zusammenstellung von Transportladungen, Bereitstellungsoptimierung sowie Kuppel- und Nebenproduktplanung.

In der Fertigung und Konstruktion werden Updates für die Compliance und Rückverfolgbarkeit in regulierten Umgebungen verbessern. Bei der der Übergabe an die Fertigung helfen KI-Funktionen den Teams, die Auswirkungen von Designänderungen in nachgelagerten Prozessen zu verstehen, bevor diese im Fertigungsbereich zu Tage treten. Auswirkungen auf Stücklisten, Arbeitspläne, Durchlaufzeiten und Kosten werden direkt im jeweiligen Kontext sichtbar gemacht.

werden neue Joule-Agenten operative Entscheidungen bei Lager- und Transportprozessen unterstützen – von der Validierung eingehender Wareneingänge über die Abstimmung von Personalkapazitäten mit dem tatsächlichen Arbeitsaufkommen bis hin zu schnelleren Reaktionen auf veränderte Rahmenbedingungen. Die vorausschauende Personalplanung in ermöglicht es Operations Teams, den Personalbedarf zu antizipieren, statt auf Engpässe zu reagieren.

Für das Anlagen- und Servicemanagement steht eine neue Lösung zur Verfügung. 51·çÁ÷Field Service and Asset Management führt Planung, Terminierung, Disposition und Außendiensteinsätze in einer einzigen Anwendung zusammen. Durch die Anbindung an bleiben Arbeitsausführung, Teileverwendung und Kosten über die Bereiche Service, Operations und Finanzwesen hinweg konsistent.

Diese Funktionen werden nach und nach im Laufe des Jahres 2026 verfügbar sein. Die Bereitstellung wird sich an den bestehenden SAP-Landschaften der Kunden orientieren. Diese inkrementellen und doch wichtigen Schritte summieren sich zu einem bedeutsamen Fortschritt auf dem Weg zu stärker vernetzten, automatisierten und widerstandsfähigen Lieferkettenprozessen.

Der Weg in die Zukunft

Lieferketten werden nicht über Nacht autonom. Die Entwicklung vollzieht sich Workflow für Workflow. Der Grad der Automatisierung wird überall dort erhöht, wo dies echten Mehrwert schafft, während die Kontrolle stets beim Menschen bleibt. Da KI-Funktionen in die operative Ausführung integriert werden, verbringen Supply-Chain-Teams weniger Zeit damit, Probleme zu überwachen und zu lösen. So bleibt ihnen mehr Zeit, um Entscheidungen und Kompromisse abzuwägen und Resilienz aufzubauen.

Dieser Wandel geht weit über die Grenzen einzelner Unternehmen hinaus. In einem neuen Whitepaper „Navigating the New Supply Chain Paradigm“ wird beleuchtet, wie führende Unternehmen KI strategisch einsetzen: Sie gehen über isolierte Pilotprojekte hinaus und integrieren KI in ihre durchgängigen Lieferkettenprozesse. Wir zeigen, wie dieser Wandel gelingt. Dieser Artikel stützt sich auf mehrere Quellen, darunter Analyseunterstützung von McKinsey & Company.

Das ist die Richtung, in die wir uns bewegen: weg vom Reagieren, hin zu Lieferketten, die antizipieren, Informationen aufnehmen und sich anpassen. Die Neuerungen, die wir auf der SAP SAPPHIRE vorstellen, spiegeln dieses Engagement wider.

Weitere Informationen zu allen Ankündigungen, die diese Woche gemacht wurden, finden Sie hier in unserem .

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Dominik Metzger ist President and Chief Product Officer, SAP Supply Chain Management