KI ist in der Logistik längst mehr als ein Trend. Die BME-Logistikstudie 2025 zeigt, wo Unternehmen heute schon profitieren, welche Technologien sich schnell rechnen und welche Investitionen Transparenz und Effizienz unmittelbar steigern.
51·çÁ÷Connect Days Supply Chain, 2. – 3. März 2026, Areal Böhler ​Düsseldorf
Erleben Sie diese Trends live – auf den 51·çÁ÷Connect Days for Supply Chain. Freuen Sie sich auf Einblicke in aktuelle Lösungen, Kundenvorträge zu Planung, Produktion und Logistik sowie unsere KI‑ und Cloud‑Services. Hier finden Sie .
Digitalisierung rückt ins Zentrum – KI wird zum Beschleuniger
Planung, Produktion und Logistik sind ohne digitale Technologien kaum noch denkbar. Seit Ende 2022 gewinnt KI zusätzlich an Tempo – getrieben durch technologische Sprünge und regulatorische Impulse wie den EU AI Act. Die BME-Logistikstudie 2025 liefert einen praxisnahen Überblick: Welche Technologien sind bekannt, welche im Einsatz und wo entstehen messbare Effekte?
Was wurde untersucht?
236 Fach- und Führungskräfte aus verschiedenen Branchen und Funktionen (mit Schwerpunkt SCM und Logistik) wurden zu 15 Digitalisierungstechnologien und KI-Use-Cases entlang der Supply-Chain-Operations-Reference-Prozesse (SCOR) befragt. Die Ergebnisse verdeutlichen, wo Unternehmen bereits im Normalbetrieb arbeiten – und wo Potenzial schlummert.
Technologien im Überblick
Die Studie macht sichtbar, wie stark zentrale Digitalisierungstechnologien heute bereits genutzt werden – und wo Unternehmen noch zurückhaltend sind.:
- Hohe Bekanntheit: KI, Robotik/Automatisierung, autonome Fahrzeuge; auch Digitaler Zwilling, IoT, Cloud/API und VR/AR sind breit präsent.
- Im produktiven Einsatz vorn: Cloud/API und Robotik/Automatisierung (je rund 60 Prozent).
- Aufholer: KI, Big Data, Advanced Analytics – etwa die Hälfte testet oder plant.
- Nischenstatus: Edge Computing, Bionic Enhancements, Quantencomputing.
- Next Gen Wireless (5G, Wi-Fi 6/7, LPWAN): wichtiger Enabler für Transparenz und IoT.
Wo Nutzen entsteht
Digitale Technologien zahlen vor allem auf klassische SCM-Ziele ein:
- Kostensenkung, Zeitgewinn, Qualitätssteigerung sind die Top-Effekte.
- Robotik/Automatisierung punktet besonders bei Kosten.
- 3D-Druck verbessert Kosten, Zeit und Flexibilität.
- Big Data, Digitale Zwillinge und IoT unterstützen Risikoidentifikation und Reaktionsfähigkeit.
Treiber und Bremsklötze
- Treiber: klarer Business-Nutzen, steigender Wettbewerbsdruck, Kundenerwartungen, offene Kultur und engagierte Mitarbeitende.
- Hemmnisse: fehlende Fachkräfte (Top-Bremse), hohe Investitionen, Datenqualität sowie Mindset/Know-how.
Der Blick nach vorn
Die nächsten zwei Jahre werden entscheidend dafür sein, wie schnell KI in der Logistik skaliert:
- KI: Über 80 Prozent planen den Einsatz innerhalb von zwei Jahren. Advanced Analytics folgt knapp dahinter.
- Quantencomputing: keine kurzfristigen Pläne; mittelfristig relevant.
- Blockchain: geringe Priorität; nur jedes fünfte Unternehmen plant kurzfristig.
KI in der Praxis – Use Cases entlang der SCOR-Prozesse
Die SCOR-Prozesse zeigen, wo KI heute schon Wirkung entfaltet – und wo Potenziale noch ungenutzt bleiben:
- Plan: Hohe Potenziale bei Nachfrageprognosen, Simulationen und Bestandsoptimierung; produktiver Einsatz noch gering, Tests nehmen zu.
- Source: Automatisierte Bestellungen und Risikofrüherkennung sind aussichtsreich, aber noch wenig umgesetzt. Vertragsanalyse mittels NLP ist sinnvoll, Lieferantenscoring ist im Aufbau.
- Make: Predictive Maintenance, Produktionsplanung und visuelle Qualitätskontrolle sind am weitesten. Energieverbrauchsoptimierung folgt.
- Deliver: Routenoptimierung liegt vorn – mehr als jedes fünfte Unternehmen nutzt KI bereits; ETA-Prognosen und Chatbots folgen.
- Return: Geringere Priorität, aber Chancen bei automatischer Sortierung und Retourenprognosen.
- Enable: Automatisiertes Reporting/KPIs hat das höchste Potenzial; Stammdatenmanagement mit KI/NLP bleibt ein zentraler Enabler.
Fünf Empfehlungen für Logistikprofis
Aus den Ergebnissen lassen sich klare Handlungsschritte ableiten, die Digitalisierung und KI pragmatisch voranbringen:
- Technologien verstehen: Trends, Nutzen und Grenzen kennen – über GenAI hinaus.
- Rollen klären: Verantwortlichkeiten, Ressourcen und Partnerstrukturen definieren.
- Gezielt priorisieren: Business Case, Prozessreife, Datenbasis und ROI je Use Case bewerten.
- KI breit denken: ML, Computer Vision, NLP und Agenten sinnvoll kombinieren.
- Stammdaten stärken: Saubere Daten sind Pflicht – KI kann unterstützen, ersetzt aber keine Basisarbeit.
Was heißt das für den Alltag?
Starten Sie dort, wo Nutzen und Machbarkeit zusammenkommen: automatisierte KPIs, Routenoptimierung, Predictive Maintenance, Bestandsoptimierung oder automatisierte Bestellungen liefern schnelle Effekte. Parallel gilt es, Datenqualität, Skills und Change-Management zu stärken. Maschinelles Lernen ist aktuell der pragmatischste Einstiegspunkt – andere KI-Teilbereiche ergänzen ihn gezielt. So wird KI Schritt für Schritt zum festen Bestandteil einer resilienten Wertschöpfung.


